Zurück
  • Ryff: Der gantzen Architectur. 1547
  • Ryff: Der gantzen Architectur. 1547
  • Ryff: Der gantzen Architectur. 1547
  • Ryff: Der gantzen Architectur. 1547
  • Ryff: Der gantzen Architectur. 1547
  • Ryff: Der gantzen Architectur. 1547
  • Ryff: Der gantzen Architectur. 1547
Ryff: Der gantzen Architectur. 1547
Ryff: Der gantzen Architectur. 1547
Ryff: Der gantzen Architectur. 1547
Ryff: Der gantzen Architectur. 1547
Ryff: Der gantzen Architectur. 1547
Ryff: Der gantzen Architectur. 1547
Ryff: Der gantzen Architectur. 1547

Ryff, Walter Hermann [Rivius, Walther]

Der furnembsten, notwendigsten, der gantzen Architectur angehörigen Mathematischen und Mechanischen künst, eygentlicher bericht, und vast klare, verstendliche unterrichtung, zu rechtem verstandt der lehr Vitruvij.

J. Petreius, Nürnberg, 1547

CHF 4800.–

Erstausgabe einer der frühesten Abhandlungen über Architektur nördlich der Alpen.

Beschreibung: 4 Bücher mit 9 separat paginierten Teilen in 1 Bd. Restaurierter Leder-Einband über Holzdeckeln auf 4 Bünden, die Buchdeckel mit blindgeprägter Rollbandornamentik und Streicheisenverzierungen, mit blindgeprägter Jahreszahl auf dem Vorderdeckel «1547». Quartband: 31 × 21 cm (Blatt); [6], 42, 52, 47 Bl., [1 Vakat-Bl.], 52, 47 Bl., [4 Bl. (von 5)], 47 Bl., [1 Bl.], 9 Bl., [1 Vakat-Bl.], [3], 18 (von 19 Bl. [ Blatt 7 fehlt]), 12 Bl. Mit 329 teils ganzseitigen Holzschnitten von 301 Stöcken. Der Buchblock mit Blattweiser ausgestattet.

Provenienz: Auf vorderem Spiegel aufgezogen ein Brief mit handschriftlicher Besitzvermerk, datiert 1822. Ein weiterer Besitzvermerk auf dem Vorsatz Franz Gemer 1896.

Ref.: VD16 R 4001; Adams R 986; Benzing (Ryff) 180; Millard III, 110

Zustand: Der Ledereinband restauriert, Buchrücken und Kanten erneuert, darin eingelassen die alten Deckel. Die Spiegel erneuert. Der Buchblock durchgängig leicht gebräunt, stellenweise etwas fingerfleckig (die Titelseite etwas stärker), stellenweise leicht wasserrandig im Bund und am Kopf. Im ersten Fünftel kleine Wurmlöchlein (nur wenig Textverlust), im letzten Teil, Blatt VIII, zwei Einschnitte im Papier, handschriftliche Notiz von alter Hand auf der Titelseite.

Notizen: Bei Walter Ryffs «Architectur» handelt es sich um eine der frühesten Abhandlungen über Architektur nördlich der Alpen. Seine Texte basieren in erster Linie auf Quellen italienischer Autoren wie Vitruv, Sebastiano Serlio oder Cesare Cesariano, die er dem deutschen Publikum erstmals in Übersetzung zugänglich macht. Im Gegensatz zu seinen italienischen Vorbildern, die sich auf theoretische Ansätze, sprachliche Reinheit und Treue zur klassischen Antike fokussierten, verstand Ryff die Architektur als «mathematische vnd mechanische Kunst». Seine Abhandlung richtete sich daher auch an Baumeister und Ingenieure. Das Werk ist in drei bzw. vier Abschnitte gegliedert: «Perspektive und Geometrie» (Teil I), «Ballistik und Artillerie» (Teil II) sowie «Geometrische Messverfahren» (Teil III). Den Abschluss bildet eine Abhandlung über «Masse und Gewichte». Es präsentiert eine einheitliche Sichtweise auf technisches Wissen und betrachtet das Bauwesen, den Festungsbau und das Vermessungswesen als Teil eines zusammenhängenden intellektuellen Feldes. Die «Architectur» übersetzt die Prinzipien Vitruvs in die Alltagssprache und macht dabei abstrakte Geometrie durch didaktische Illustrationen erlernbar. Durch die Verbindung von textlicher Klarheit und visueller Pädagogik erweiterte Ryff den architektonischen Diskurs, sodass dieser sowohl die Werkstatt als auch das wissenschaftliche Studium umfasste. Sein Buch zeigt, dass das Wissen des 16. Jahrhunderts nicht nur theoretischer oder handwerklicher Natur war, sondern dass beide Bereiche nicht unabhängig voneinander betrachtet werden können.